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📅 Dec 2025 🕐 5 Min.
✍️ Von RolePilot Team

Overemployment: Die heikle Balance von zwei Jobs, Lebenslauf-Strategien und das Risiko von Background Checks

Overemployment – zwei Vollzeitjobs gleichzeitig. Erfahren Sie, wie Sie Ihren Lebenslauf anpassen, welche rechtlichen Risiken bestehen und wie RolePilot Sie vor der Background Check-Falle schützt.

Was ist Overemployment (OE) und warum ist es relevant?

Overemployment (OE), also die gleichzeitige Ausübung von zwei oder mehr Vollzeit-Fernarbeitsstellen, ist ein Phänomen, das in den letzten Jahren, insbesondere im Technologiesektor, stark zugenommen hat. Die Motivation ist klar: Maximierung des Einkommens und der finanziellen Unabhängigkeit.

Für RolePilot, Ihren Kandidatenschutz-Partner, ist es wichtig, die Realitäten und Risiken dieser Praxis klar zu beleuchten. Während die potenziellen Gewinne verlockend sind, sind die Anforderungen an Organisation, Diskretion und vor allem die Gestaltung Ihres Lebenslaufs komplex und risikobehaftet.

Die heikle Aufgabe: Den Lebenslauf für OE strukturieren

Wenn Sie sich auf eine neue Stelle bewerben, während Sie bereits overemployed sind, stehen Sie vor einem Dilemma: Geben Sie beide aktuellen Stellen an oder verschweigen Sie eine?

Das Ziel jedes Lebenslaufs ist es, Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen transparent darzustellen. Bei Overemployment wird diese Transparenz jedoch zur größten Gefahr.

Strategien für den OE-Lebenslauf

Die meisten Overemployed-Kandidaten verfolgen eine dieser Strategien, wenn sie sich auf den zweiten Job (Job B) bewerben:

  1. Die Lücken-Strategie: Job A wird im Lebenslauf nicht genannt. Stattdessen wird eine absichtlich vage oder lange Beschäftigungslücke platziert, die zeitlich mit Job A zusammenfällt. Dies ist riskant, da Lücken im Einstellungsverfahren oft intensiv hinterfragt werden.
  2. Die Freelancer-Strategie: Job A wird als umfangreiches, langfristiges Consulting-Projekt oder als Freelancer-Tätigkeit dargestellt, wobei der eigentliche Arbeitgeber (Job A) nicht genannt wird. Dies kann die Überprüfung erschweren, verlangt aber eine wasserdichte Geschichte.
  3. Die Unvereinbarkeits-Strategie: Man bewirbt sich bei Job B, nachdem Job A formell im Lebenslauf beendet wurde, obwohl man plant, beide parallel weiterzuführen. Dies erfordert schnelles Handeln und ist extrem gefährlich bei Background Checks.

Unabhängig von der gewählten Strategie ist das Hauptziel, jegliche Hinweise auf parallele Vollzeitbeschäftigung zu eliminieren. Dies betrifft nicht nur die Jobtitel und Zeiträume, sondern auch die verwendeten E-Mail-Adressen, Telefonnummern und vor allem die beruflichen Netzwerke.

Die Background Check Falle: Hier droht die Aufdeckung

Background Checks (Hintergrundprüfungen) sind der kritischste Punkt für Overemployed-Kandidaten. Unternehmen führen diese Prüfungen nicht nur durch, um kriminelle Vorgeschichte zu prüfen, sondern auch, um die im Lebenslauf angegebenen Beschäftigungszeiten und -orte zu verifizieren.

Wie Background Checks Overemployment aufdecken können

Background Check-Dienstleister greifen auf verschiedene Quellen zurück:

  1. Lohn- und Steuerdatenbanken: In einigen Jurisdiktionen können Prüfer Zugriff auf aggregierte Beschäftigungsdatenbanken haben (wie z.B. The Work Number in den USA). Diese Daten zeigen oft, bei welchen Arbeitgebern Sie zur gleichen Zeit angestellt waren.
  2. Referenzen und Personalabteilungen: Wenn Job B eine Referenz von Ihrem letzten Arbeitgeber (Job A) verlangt, wird die Personalabteilung von Job A wahrscheinlich bestätigen, dass Sie dort (noch) beschäftigt sind.
  3. Automatisierte Tools (ATS-Abgleich): Einige fortschrittliche Applicant Tracking Systems (ATS) können Daten von Social-Media-Profilen (LinkedIn) oder externen Verifizierungsdiensten abgleichen. Wenn die Daten Ihres Lebenslaufs von den öffentlich zugänglichen Daten abweichen, erzeugt das einen "Red Flag". Nutzen Sie unseren Service, um zu überprüfen, wie Ihr Lebenslauf im ATS wahrgenommen wird: (/ats-check.html).
  4. Soziale Medien: Ein aktuelles LinkedIn-Profil, das Job A als aktive Anstellung anzeigt, während Sie sich für Job B bewerben (oder bereits dort arbeiten), ist ein sofortiges Indiz für die Background Check-Agentur.

Sollte der Background Check die parallele Anstellung aufdecken, wird dies fast immer zur sofortigen Ablehnung der Bewerbung oder zur Kündigung führen, selbst wenn Sie die Stelle bereits angetreten haben. Die Begründung liegt meist in der "Unehrlichkeit" bei der Bewerbung.

Rechtliche und Ethische Risiken: Die Loyalitätspflicht

Selbst wenn Sie den Background Check umgehen, müssen Sie die rechtlichen Aspekte von Overemployment berücksichtigen. In den meisten Arbeitsverträgen, insbesondere in Deutschland und ähnlichen Rechtssystemen, existiert eine implizite oder explizite Loyalitätspflicht gegenüber dem Arbeitgeber.

Diese Pflicht bedeutet, dass Sie Ihre Arbeitskraft nicht dem Wettbewerb zur Verfügung stellen dürfen und dass Ihre Leistung nicht durch andere Tätigkeiten beeinträchtigt werden darf.

Vertragsbruch und Kündigung

  1. Verletzung der vertraglichen Arbeitszeit: Wenn beide Jobs Vollzeit (40 Stunden) erfordern, ist es objektiv unmöglich, beiden Verpflichtungen gleichzeitig gerecht zu werden, ohne die vertraglich vereinbarte Zeit bei mindestens einem Arbeitgeber zu unterschreiten.
  2. Interessenkonflikte: Arbeiten Sie für Unternehmen in ähnlichen Branchen, kann dies schnell als Verletzung der Loyalitätspflicht oder als Wettbewerbsverstoß gewertet werden.
  3. Leistungsabfall: Sollte Ihre Leistung bei Job A oder Job B aufgrund der Doppelbelastung nachlassen, kann dies zur verhaltensbedingten Kündigung führen.

Die meisten Arbeitsverträge verlangen zudem die schriftliche Genehmigung für jegliche Nebentätigkeit, insbesondere wenn diese entgeltlich ist oder die Leistung beeinträchtigen könnte. Overemployment erfüllt diese Kriterien fast immer und verstößt damit gegen den Arbeitsvertrag.

Fazit: Schutz und Abwägung

Overemployment ist eine Hochrisikostrategie. Während RolePilot darauf ausgelegt ist, Ihre Karriere zu schützen und Ihnen zu helfen, Hürden wie das ATS zu überwinden, ist die Entscheidung, zwei Jobs gleichzeitig auszuüben, mit tiefgreifenden rechtlichen und verifizierungsbezogenen Risiken verbunden.

Als "Candidate Protector" empfehlen wir äußerste Vorsicht. Wenn Sie sich für Overemployment entscheiden, müssen Sie verstehen, dass Sie nicht nur Ihre Anstellung, sondern auch Ihren professionellen Ruf aufs Spiel setzen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Lebenslauf absolut wasserdicht ist und keine Spuren hinterlässt, die bei einer gründlichen Hintergrundprüfung leicht aufgedeckt werden können.

Wenn Sie Ihren Lebenslauf überprüfen möchten, bevor Sie ihn einreichen, nutzen Sie unseren ATS-Check, um potenzielle "Red Flags" zu identifizieren, bevor die Background Check-Agenturen dies tun: (/ats-check.html).

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